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Aus der Geschichte des Dorfes Sewekow |
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Die Lietze befand sich am Ostufer der Dosse.
Die erste Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1284, eine
urkundliche Nennung gibt es aber erst im Jahre 1316.
Vermutlich hat der Ort aber schon vorher als kleine slawische Siedlung
bestanden.
Die Bedeutung des Ortsnamen wird heute im Adjektiv
mit „lebendig“ oder „lebhaft“ übersetzt.
Die
Siedler wurden von weltlichen Lasten und Abgaben zu Gunsten des Klosters
befreit. Dem
Klosterhof in Dranse war „Zewecow“ neben 10 weiteren Dörfern
zugehörig.
1430 wurde der Mönchshof wegen Unrentabilität, die viele Ursachen hatte,
an den Bischhof von Havelberg verkauft.
Der
Kauf durch den Bischof Konrad von Lintdorf kam mit der Klausel, dass die
Bede (älteste Vermögenssteuer im deutschen Sprachraum) und Dienste
weiterhin den Herzögen von Mecklenburg vorbehalten sind. So hatte
Saewickow jährlich zu Martini an das großherzoglich mecklenburg,
schwerinische amt Wredenhagen 14 metzen (1 Metze=3,435 l) Rüben,
14 Roggenbrot und Münzgeld zu zahlen.
Natürlich sollten auch Abgaben und Dienste an das Amt Flecken Zechlin,
dem Sewekow jetzt zugehörig war, geleistet werden. Die Sewekower wehrten
sich viele Jahre gegen die Doppelbelastung. Sie verweigerten die
Zahlungen an Wredenhagen!
Die
Einwohner Sewekows waren in erster Linie Landwirte. Sie hatten mit einem
kargen, oder wie es im Erbregister heißt: „sehr sandichtem Boden“
zu kämpfen. Die Erträge waren dementsprechend. Es
gab auch Handwerk in Sewekow. 1721 wurde bereits ein Schenk- und
Faßkrüger erwähnt.
Die Lehrer waren bereits im 18. Jahrhundert im Zweitberuf oft Schneider. Später kamen Schuster, Schmiede, Kaufleute, Händler, Tischler und so weiter dazu. Aber alle mussten „nebenbei“ auch eine kleine Landwirtschaft betreiben um das Überleben zu sichern. 1571 und auch 1721 gab es jeweils 16 Bauern einschließlich des Lehnschulzen in Sewekow.
Anders sah es nach dem 30jährigen Krieg (1618 – 1648) aus. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm ordnete 1652 die erste allgemeine Landesvisitation an .Es werden alle Städte und Dörfer durch Reiter aufgesucht und die männlichen Personen gezählt. Für Seuikow (Sewekow) ergab diese Visitation:
1 Lehnschulze und 8 Hüfner,
insgesamt 22 männliche Personen.
Also wohnten in Sewekow nur 9 Familien, wovon nur 3 Einheimische
waren. Die anderen 6 Familien waren zugezogen und hatten wohl von den
verlassenen und ausgestorbenen Gehöften Besitz genommen.Da es keine
Erträge gab, waren die Abgaben gegen Null gesunken. Aus diesem Grunde
wurde durch den Kurfürsten am 29.10.1685 eine Bestandsaufnahme
angeordnet. Kurfürstliche Kommissare sollten „das Collect- und
Hufenwesen in diesem Prignitzirischen Creyse“ untersuchen und alle
Dörfer revidieren. Nach diesem Kataster wird das Dorf Sävickow
unter der Nummer 19 erfasst und 1886/87 „In die Vierdte Classe“
eingestuft. Vom
preußischen König Friedrich I. wurde am 17.September 1717 die allgemeine
Schulpflicht eingeführt. Ob bereits zu dieser Zeit Unterricht in Sewekow
war, ist heute nicht bekannt.
Der erste Hinweis auf die Schule ergibt sich 1721. Das Schulhaus, das dem Lehrer als Wohnung dient, und „welches nahe bey der Kirchen lieget“, befand sich anscheinend bereits auf dem heutigen Platz. Bis 1967 wurden Sewekower Kinder hier unterrichtet, erst 8 Klassen und später 4 Klassen in einem Raum und von einem Lehrer. Heute beherbergt das Gebäude eine kleine Wohnung und die andere Hälfte wird als Gemeindehaus für unzählige Veranstaltungen genutzt.
Die wechselvolle Geschichte des kleinen Dorfes zeigt, dass seine Bewohner in den früheren Jahrhunderten oft um das Überleben kämpfen mussten. Nicht alle Orte, von denen wir heute wissen, gibt es noch. Von den 11 Dörfern, die ehemals zum Klosterhof Dranse gehörten, sind 6 wüst und nur 5existieren heute noch.
Sehr zur Freude seiner Einwohner gehört Sewekow dazu! |
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Die Dorfkirche zu Sewekow |
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Innen im Kirchenraum steht ein Kanzelaltar aus dem Jahre 1682 und eine Taufe aus dem gleichen Jahr.
Im Turm hängen zwei Glocken, eine von 83 cm und die
andere von 63 cm Durchmesser. Die große Glocke stammt aus dem Jahr 1597.
Beide Glocken weisen Schriftzüge und Verzierungen auf.Die im Jahre 1902
geweihte Orgel kommt auch heute noch gelegentlich zum Einsatz.
Seit wie vielen Jahren die Kirche auf dem Dorfanger steht, ist heute
(noch) nicht genau bekannt. In der Chronik aus der Mitte des vergangenen
Jahrhunderts ist von 1650 als Baujahr die Rede.
Im Erbregister De Anno 1721 steht allerdings zur Kirche: Stehet
mitten im Dorfe ist Anno 1586 neu vermauert, nur grobleidet aber
mit Ziegel gedeckt und noch in mittelmässigem Stande. Der Klocken Thurm
ist ganz baufällig....
Vor Erbauung der Kirche
hingen die Glocken in einem Gerüst auf dem Anger, dem jetzigen Kirchhof.
Die Predigten wurden lt. Erbregister von 1571 im Hause des
Bauern Klaus Solzeweberhans abgehalten.Heute wird die Kirche neben den
Gottesdiensten auch für kulturelle Höhepunkte im Dorfleben genutzt. Großen Anklang finden zum Beispiel das jährliche Adventssingen sowie die im August stattfindende Veranstaltung „Plattdüütsch in uns Kirch“. Der Gottesdienst in Niederdeutscher Sprache lockt viele Besucher nach Sewekow.
Im Gotteshaus befindet sich eine kleine Dauerausstellung zur
Sewekower Kirchengeschichte. |
| Texte: Heidrun Kübler Ortschronistin |